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Advanced Mode

Der Bildeditor mit voller Kontrolle für Lasergravur

Zuletzt aktualisiert:

1. Einleitung

Was ist der Advanced Mode?

Der Advanced Mode ist ImagRs vollausgestatteter Bildeditor. Anders als One Click – das automatische Presets für bestimmte Materialien anwendet – gibt Dir der Advanced Mode vollständige, uneingeschränkte Kontrolle über jeden einzelnen Bildbearbeitungsschritt.

Stell es Dir so vor: One Click ist der Autopilot. Der Advanced Mode ist das Cockpit. Du entscheidest genau, was mit Deinem Bild passiert, in welcher Reihenfolge und mit welchen Einstellungen.

Für wen ist das?

Der Advanced Mode ist für Nutzer gebaut, die über Presets hinausgehen wollen. Wenn Du auf ungewöhnlichen Materialien gravierst, einen ganz bestimmten Look brauchst oder einfach pixelgenaue Kontrolle über Deine Ergebnisse willst – hier arbeitest Du.

Es gibt hier keine Material-Presets. Keinen "Holz"-Button, keinen "Glas"-Button. Stattdessen bekommst Du über 100 Bildbearbeitungs-Tools und die Möglichkeit, sie zu individuellen Workflows zu verketten, die Du speichern, wiederverwenden und teilen kannst.

Du musst kein Photoshop-Experte sein. Die Oberfläche ist zugänglich gestaltet – aber die Tiefe ist da, wenn Du sie brauchst.

Die große Idee: Einmal erstellen, für immer wiederverwenden

Hier ist das wichtigste Konzept im Advanced Mode: Jede Anpassung, die Du machst, wird als Schritt in einem Workflow aufgezeichnet. Sobald Du mit dem Ergebnis zufrieden bist, speicherst Du diesen Workflow. Beim nächsten Mal, wenn Du ein ähnliches Bild hast, lädst Du den Workflow, und jeder Schritt wird automatisch angewendet – in exakt derselben Reihenfolge, mit exakt denselben Einstellungen.

Keine manuelle Arbeit. Konsistente Ergebnisse jedes Mal.

2. Die Editor-Oberfläche

Die Menüleiste

Oben findest Du das Hauptmenü, organisiert in Kategorien:

  • Adjust – Alles rund um Licht, Farbe und Detail. Brightness, Contrast, Curves, Saturation, Hue, Vibrance und mehr.
  • Filter – Blur, Sharpen, Noise, Kantenerkennung und alle Dithering-Algorithmen, die Du für die Lasergravur brauchst.
  • Stylize – Kreative Effekte wie Bloom, Vignette, Halftone, Comic, Sketch und Color LUTs zur Farbkorrektur.
  • Image – Geometrie-Operationen: Crop, Resize, Rotate, Flip, Skew, Warp, Perspektivkorrektur sowie Text und Rahmen hinzufügen.
  • ImagR – ImagR-spezifische Tools: KI Background Removal, KI Upscale, Vectorize, Contour-Extraktion, QR-Codes und das Workflow-System.

Jede Kategorie hat Unterkategorien, sodass Du schnell zum Ziel kommst. Zum Beispiel gibt Dir Filter → Threshold & Dither Zugriff auf 12 verschiedene Dithering-Algorithmen.

Die Leinwand

Die Mitte des Editors ist Deine Leinwand. Zoome mit dem Scrollrad und verschiebe durch Klicken und Ziehen. Auf Touch-Geräten funktionieren Pinch-to-Zoom und Wischgesten wie erwartet.

Die Command Palette

Drücke Cmd+K (oder Strg+K unter Windows), um die Command Palette zu öffnen. Das ist der schnellste Weg, jedes Tool zu finden. Einfach lostippen – es durchsucht alle Plugin-Namen und Schlüsselwörter.

Plugin-Dialoge

Wenn Du ein Tool aktivierst, öffnet sich der Dialog-Bereich auf der rechten Seite des Editors. Die meisten Tools bieten eine Echtzeit-Vorschau – Du siehst den Effekt sofort auf Deinem Bild, während Du die Regler verschiebst. Klicke auf Anwenden, wenn Du zufrieden bist. Klicke auf Abbrechen, um zu verwerfen – nichts wird geändert.

3. Licht & Tonwert-Anpassungen

Den Tonwertumfang richtig hinzubekommen, ist die Grundlage einer guten Gravur. Zu flach und Du verlierst Details. Zu kontrastreich und Du übersteuerst Lichter oder zerdrückst Schatten.

  • Brightness / Contrast / Exposure – Die Grundlagen. Schnelle globale Anpassungen, wenn das Bild einfach zu dunkel oder zu hell ist.
  • Highlights / Shadows – Unabhängige Kontrolle über helle und dunkle Bereiche. Überbelichteten Himmel retten oder Schatten anheben, ohne den Rest zu beeinflussen.
  • Curves / Tone Curve – Präzise Tonwertformung. S-Kurven, Schattenanhebung und Lichterabsenkung in einer vereinfachten Oberfläche.
  • Auto Refine – Lokale Kontrastverstärkung. Macht Details in dunklen und hellen Bereichen gleichzeitig sichtbar – eine Geheimwaffe für die Gravur.
  • Dehaze – Schneidet durch atmosphärischen Dunst und Nebel. Stellt Kontrast und Farbe bei Außenaufnahmen wieder her.
  • Auto Contrast / Auto Levels / Histogram Stretch – Ein-Klick-Automatikkorrekturen. Nützlich als Ausgangspunkt.

Für Lasergravur ist Auto Refine gefolgt von einem leichten Kontrastboost oft der beste Ausgangspunkt. Es maximiert die Tonwertinformationen, mit denen der Dithering-Algorithmus arbeiten kann.

4. Farbanpassungen

Da die meisten Lasergravierer in Graustufen oder reinem Schwarz-Weiß arbeiten, geht es bei Farbanpassungen darum, das Bild vor der Konvertierung zu formen.

  • Grayscale – Reine, mathematisch korrekte Konvertierung. Ein Klick, keine Optionen. Verwendet Rec. 709-Luminanzgewichtung.
  • Monochrome – Fotografisches Schwarz-Weiß mit Mitteltonanhebung, Lichtererhaltung und Filmkontrast. Erzeugt reichere Ergebnisse als einfache Graustufen.
  • Kanalmixer – Volle manuelle Kontrolle darüber, wie jeder RGB-Kanal zum Endbild beiträgt. Rotkanal für Hauttöne verstärken oder Blau für Himmel.
  • HSL / Saturation / Vibrance – Farbton, Sättigung und Helligkeit anpassen. Farben vor der Konvertierung formen, um die gewünschte Tonwerttrennung zu erzielen.
  • Temperature / Tint – Weißabgleich-Korrektur. Farbstiche beheben, die die Graustufenkonvertierung beeinflussen würden.

5. Detail & Schärfung

Detail-Tools steuern die feine Textur und Kantenschärfe Deines Bildes:

  • Clarity – Verstärkt den lokalen Kontrast in Mitteltönen. Macht Texturen lebendig und verleiht ein dreidimensionales Gefühl.
  • Texture – Verstärkt oder reduziert feine Oberflächendetails. Erhöhen für Stoff- und Holzmaserung, verringern für glatte Haut.
  • Sharpen / Unsharp Mask – Kantenschärfung. Unsharp Mask bietet Kontrolle über Radius, Stärke und Threshold für professionelle Ergebnisse.

6. Dithering & Threshold

Dies ist das Herzstück der Laser-Bildvorbereitung. Dithering wandelt ein Graustufenbild in reine Schwarz-Weiß-Punkte um, die Grautöne simulieren. Der Advanced Mode bietet 12 Dithering-Algorithmen:

  • Floyd–Steinberg – Der Klassiker. Ausgewogene Error-Diffusion. Gute Allround-Wahl.
  • Atkinson – Das originale Apple-Macintosh-Dithering. Mehr Kontrast, weniger glatt, ein charakteristischer Retro-Look. Beliebt für Gravuren.
  • Jarvis–Judice–Ninke / Stucki – Größere Diffusionsmatrizen. Weichere Verläufe, aber etwas weniger scharf.
  • Bayer 4×4 / Bayer 8×8 – Ordered Dithering mit sichtbarem Rastermuster. Strukturierter, mechanischer Look – ideal für Retro-Ästhetik.
  • Blue Noise – Organisches, musterloses Dithering. Sieht aus wie handgezeichnetes Stippling. Kein sichtbares Raster oder Richtungsartefakte.
  • Sierra / Burkes / Sierra Lite – Variationen der Error-Diffusion mit unterschiedlichen Kompromissen zwischen Geschwindigkeit und Qualität.

Außerdem steht Dir Threshold (harter Schwarz-Weiß-Schnitt ohne Dithering) und Adaptive Threshold (passt sich lokal an ungleichmäßige Beleuchtung an – ideal für gescannte Dokumente und Gravuren mit Text) zur Verfügung.

Es gibt keinen einzelnen "besten" Dithering-Algorithmus. Der beste hängt von Deinem Material, Deinem Laser und dem Bild ab. Der Advanced Mode lässt Dich alle ausprobieren, das Ergebnis in Echtzeit sehen und selbst entscheiden.

7. Geometrie & Größe

Bevor Du gravierst, muss das Bild die richtige Größe und Ausrichtung haben:

  • Resize – Exakte Maße in Pixel, Zoll oder Millimeter festlegen. DPI für Deinen Laser einstellen.
  • Crop – Freiform oder mit Seitenverhältnis-Presets. Formmasken (Kreis, Stern, Herz) sind ebenfalls verfügbar.
  • Rotate / Flip – Bilder geraderichten oder spiegeln. Spiegeln ist wichtig, wenn Dein Laser eine gespiegelte Eingabe erfordert.
  • Perspective / Skew – Zusammenlaufende Linien in Architekturfotos korrigieren oder absichtlich perspektivische Verzerrung hinzufügen.

8. Filter & Effekte

Über die Grundlagen hinaus bietet der Advanced Mode eine vollständige Suite an kreativen und Hilfs-Filtern:

  • Blur-Tools – Gaussian, Box, Motion, Radial und Surface Blur. Surface Blur ist besonders nützlich: Er glättet Oberflächen bei gleichzeitiger Kantenerhaltung.
  • Kantenerkennung – Sobel, Canny und Outline. Erzeugen Strichzeichnungs-Versionen von Fotos für Gravuren oder Schnittpfade.
  • Morphology – Erodieren- und Dilatieren-Operationen. Linien in Schwarz-Weiß-Bildern nach dem Dithering verdicken oder verdünnen.
  • Invert – Schwarz und Weiß tauschen. Manche Materialien gravieren dunkel auf hell, andere hell auf dunkel. Ein Klick zum Umschalten.
  • Film Grain / Noise – Textur für künstlerische Effekte hinzufügen oder um Banding in Verläufen aufzulösen.

9. ImagR Tools

Dies sind Tools, die einzigartig für ImagR sind und über traditionelle Bildbearbeitung hinausgehen:

  • KI Background Removal – Entfernt automatisch den Hintergrund und erstellt einen transparenten Ausschnitt. KI-gestützt.
  • KI Upscale – Bilder 2×, 4×, 8× oder 16× vergrößern mit echter Detailgenerierung. Echte KI-Superauflösung, keine einfache Interpolation.
  • Vectorize – Rasterbilder in skalierbare SVG-Vektoren konvertieren. Potrace-basierte Konturverfolgung mit glatten Bézier-Kurven.
  • Contour-Extraktion – Extrahiert Umrisse als Vektorpfade für Laserschnitt oder Vinylschnitt.
  • DPI Test – Analysiere und teste die DPI-Auflösung für Druck oder Lasergravur. Sieh genau, wie Deine Ausgabe bei einem bestimmten DPI-Wert aussehen wird.
  • QR Code Generator – Erstelle individuelle QR-Codes mit eigenen Formen, Farben und Verläufen – bereit für die Gravur.

10. Workflows: Einmal erstellen, für immer wiederverwenden

Dies ist das Feature, das den Advanced Mode zu einem Produktivitäts-Tool macht, nicht nur zu einem Editor.

Einen Workflow erstellen

Jedes Mal, wenn Du ein Tool anwendest, wird es als Schritt in Deinem aktuellen Workflow hinzugefügt. Öffne Show Current Workflow aus dem ImagR-Menü, um alle Schritte in der Reihenfolge mit ihren exakten Parametern zu sehen. Du kannst Schritte per Drag & Drop neu anordnen, einzelne Schritte deaktivieren oder Parameter eines jeden Schritts anpassen, ohne von vorne anzufangen.

Einen Workflow speichern

Wenn Du mit Deinem Ergebnis zufrieden bist, gehe zu ImagR → Save Workflow. Dies exportiert alle Deine Bearbeitungsschritte als kompakte JSON-Datei – jedes Tool, jeden Parameter, jede Einstellung. Dein komplettes Rezept.

Gib Deinen Workflows aussagekräftige Namen, zum Beispiel: "eloxiertes-aluminium-foto-gravur.json" oder "eiche-portrait-dither.json". Du wirst Dir später dafür danken.

Einen Workflow laden und wiederverwenden

Öffne ein neues Bild, gehe zu ImagR → Load Workflow und wähle Deine gespeicherte JSON-Datei. Jeder Schritt wird automatisch angewendet, in der richtigen Reihenfolge, mit den exakt gleichen Einstellungen. Dein Bild ist in Sekunden verarbeitet.

  • Nie wieder dieselben 6 Schritte manuell für jedes Bild wiederholen.
  • Konsistente Ergebnisse über Hunderte von Bildern.
  • Workflows mit Kollegen oder Kunden teilen – es ist nur eine Datei.
  • Eine Bibliothek von Workflows für verschiedene Materialien, Stile und Anwendungsfälle aufbauen.

Baue Dir eine persönliche Workflow-Bibliothek auf. Einen für dunkle Holzporträts, einen für Glasgravur, einen für Eloxiertes Aluminium, einen für Leder. Jedes Material und jeder Stil bekommt sein eigenes Rezept. Mit der Zeit wird diese Bibliothek Dein wertvollstes Werkzeug.

11. Schritt-für-Schritt-Anleitung

Lass uns einen kompletten Workflow von Grund auf erstellen. Unser Ziel: ein Porträtfoto für die Lasergravur auf dunklem Holz vorbereiten.

1

Tonwertumfang verbessern

Öffne Adjust → Auto Refine. Dies enthüllt verborgene Details in Schatten und Lichtern. Passe das Clip-Limit an, bis Du gute Details im gesamten Bild siehst. Anwenden. Dann öffne Adjust → Contrast und gib dem Bild einen leichten Boost, um die Abflachung zu kompensieren. Anwenden.

2

In Schwarz-Weiß umwandeln

Öffne Adjust → Monochrome. Dies ergibt eine reichere S/W-Konvertierung als einfache Graustufen. Passe Mitteltonanhebung und Kontrast nach Geschmack an. Anwenden.

3

Invertieren (falls nötig)

Öffne Filter → Invert. Bei dunklen Materialien musst Du das Bild typischerweise invertieren, damit der Laser dort brennt, wo das Bild weiß ist. Anwenden.

4

Resize

Öffne Image → Resize. Stelle die Breite passend zu Deiner Gravurfläche ein – zum Beispiel 100 mm bei 300 DPI. Sperre das Seitenverhältnis, damit sich die Höhe automatisch anpasst. Klicke auf Anwenden. Resize kommt immer direkt vor dem Dithering – so wird das Dither-Muster in der exakten Ausgabeauflösung generiert.

5

Dithering

Öffne Filter → Floyd–Steinberg Dither. Beobachte die Vorschau – das Foto wird nun in reine Schwarz-Weiß-Punkte umgewandelt, die Grautöne simulieren. Dies ist immer der allerletzte Bearbeitungsschritt – Dithering nach Resize stellt sicher, dass das Punktmuster pixelgenau zur Ausgabeauflösung passt. Anwenden.

6

Den Workflow speichern

Öffne ImagR → Save Workflow. Lade die JSON-Datei herunter. Benenne sie zum Beispiel "dunkles-holz-portrait.json". Fertig – beim nächsten Mal, wenn Du ein Porträt für dunkles Holz vorbereiten musst, lade diesen Workflow und es dauert Sekunden statt Minuten.

12. Tipps & Best Practices

Die Reihenfolge zählt

Die Reihenfolge Deiner Schritte beeinflusst das Ergebnis. Als allgemeine Richtlinie für Lasergravur:

  1. Tonwertkorrekturen zuerst – Brightness, Contrast, Auto Refine, Dehaze.
  2. Farb-zu-Graustufen-Konvertierung – wenn die Tonwerte stimmen.
  3. Invertieren, falls Dein Material es erfordert.
  4. Resize als vorletzter Schritt – die finalen Ausgabemaße direkt vor dem Dithering festlegen, damit das Punktmuster in der exakten Zielauflösung generiert wird.
  5. Dithering zuletzt – immer der letzte Schritt vor dem Export.

Dithering sollte immer der letzte Verarbeitungsschritt sein. Jede Änderung nach dem Dithering – Resize, Blur, Kontraständerungen – zerstört das Dither-Muster und führt wieder Grauwerte ein.

Undo großzügig nutzen

Jeder Schritt kann mit Strg+Z (oder Cmd+Z) rückgängig gemacht werden. Hab keine Angst zu experimentieren. Probiere eine Einstellung aus, mache sie rückgängig, versuche etwas anderes. Der Vorschaumodus lässt Dich den Effekt auch vor dem Übernehmen sehen.

DPI-Test vor dem Gravieren

Nutze das DPI Test Tool, um zu simulieren, wie Dein Bild bei einem bestimmten DPI-Wert auf Deinem Laser aussehen wird. Das kann Material und Zeit sparen, indem Probleme erkannt werden, bevor Du gravierst.

KI Upscale für niedrig aufgelöste Quellen

Wenn Dein Ausgangsbild zu klein ist, nutze KI Upscale, bevor Du etwas anderes tust. Es generiert echte Details – keine unscharfe Interpolation. Zuerst upscalen, dann mit Deinem Workflow fortfahren.

Export-Einstellungen

Wenn Du fertig bist, exportiere Dein Bild über File → Export. Für Lasergravur ist PNG normalerweise das beste Format – verlustfrei, keine Kompressionsartefakte. Stelle den DPI-Wert passend zu den Anforderungen Deines Lasers ein.